Was war dein schönstes Rennerlebnis in der Saison 2006?
Ganz klar die WM in Salzburg, wo ich während ca. 190 km an der Spitze fuhr. Als die Verfolger mich dann wieder eingefangen hatten, war es auch bald um mich geschehen.

Und dein negativstes Rennerlebnis in der vergangenen Saison?
Bei der Flandernrundfahrt, wo ich bei der zweiten Verpflegung ausgestiegen bin. Dabei ist Flandern eines der schönsten und schwersten Rennen des Rennkalenders. Dazu noch eines meiner Lieblingsrennen.

Wo hast du die letzten Monate dein Wintertraining absolviert?
Im November eine Woche auf Lanzarote, im Dezember 3 Wochen auf Mallorca, im Januar 10 Tage Mannschaftstraining auf Mallorca. Ich habe meinen Aufenthalt auf Mallorca jedoch nochmals um eine Woche verlängert.

Welches sind deine Ziele für 2007?
Die Frühjahrsklassiker Flandernrundfahrt, Paris-Roubaix sowie den Henninger-Turm. Ich möchte mich durch gute Leistungen bei diesen Rennen für unsere Tour de France-Mannschaft empfehlen.

Stephan SchreckWie siehst du die Zukunft von Jan Ullrich?
Die Leute, die eine Entscheidung herbeiführen können (Richter, Staatsanwälte, Funktionäre), müssen dies entscheiden.

Wer sind für dich die Tour Favoriten für 2007?
Andreas Klöden, Alexander Vinokourov, Andrey Kaschechkin, Fränk Schleck und Patrik Sinkewitz.

Welche sind deine Lieblingsrennen?
Flandernrundfahrt, Paris-Roubaix und die WM durch das besondere Flair.

Wie wichtig ist privates Glück für einen Rennfahrer, bzw. wie verbindet ein Radprofi das Rennfahrerleben mit dem Familienleben?
Die Familie ist das Wichtigste überhaupt, da sie einem den nötigen Rückhalt und die Kraft gibt, die ein Radfahrer braucht. Die Trennung durch die vielen Auslandsaufenthalte von Freundin und Sohn ist nicht leicht, vor allem wenn sich die Zeitspannen über 3-4 Wochen hinausziehen. Da kommt es vor, dass man einige Wochen unterwegs ist und der Sohn nach der Rückkehr alleine läuft. Dies ist sehr bedauerlich, dass man bei solchen Entwicklungen der eigenen Kinder nicht immer dabei sein kann.

Was hat ein Rennfahrer während eines Etappenrennens immer im Koffer?
Zwei kurze Hosen, 2 Kurzarmtrikots, eine lange Hose, Langarmtrikot, Zeitfahranzug,Helm, 10 Paar Socken, 2 Paar Handschuhe, 2 Paar Radschuhe, Trainingsanzug, Turnschuhe, Musik, ein i-pod sowie Laptop.

Stephan SchreckWelcher Radfahrer ist dein Vorbild?
Mein Vater war Auswahltrainer der DDR Nationalmannschaft gewesen. Bis zum heutigen Tag sind die damaligen Fahrer immer noch meine Vorbilder.

Was denkst du nach der Rennfahrerkarriere zu tun?
Ich habe Industriekaufmann gelernt, denke jedoch nicht, dass ich in diesen Beruf zurückkehre. Ich möchte in irgendeiner Art und Weise mit dem Radsport verbunden bleiben.

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